Sonntag, 10. Juli 2011
Donnerstag, 7. Juli 2011
Vive la france... willkommen in Laos
Ein Hoch auf unsere Nachbarn aus Frankreich! Jawohl. Ich kann mir zwar vorstellen, das die Kolonialzeit unter den Franzmännern nicht so toll war für die laotische Bevölkerung, aber von deren Hinterlassenschaften, speziell in Luang Prabang, profitiert sie heute noch. Wo bekommt man in Asien noch so gute französische Baguette und Croissants, und das an fast jeder Ecke? Das ist schon ganz speziell hier. Und dann die Atmosphäre hier. Alte französische Villen und andere Gebäude aus der Kolonialzeit, enge Gassen, die kleinen Läden mit heimischen Erzeugnissen, die eher an kleine Boutiquen erinnern, hunderte orange gekleidete buddhistische Mönche auf der Straße und in den schönen Klöstern, die freundlichen Menschen überall, gutes Essen und das alles vor einer Kulisse von grünen Bergen und dem mächtigen Mekong! Herrlich! Ich liebe diese Stadt, dieses Flair.
Leider ist hier alles ziemlich teuer geworden in den letzten Jahren, was laut Reiseführer durch den Tourismusboom nach dem Tsunami in Thailand verursacht wurde. Teuer ist hier natürlich relativ. Für uns Europäer ist es immernoch sehr günstig, aber verglichen mit den Nachbarländern sehr teuer. Sogar das besser entwickelte und touristische Thailand ist im vergleich günstiger. Ein bisschen verwundert es schon, da Laos eher ein armes Land ist. Deshalb gehe ich davon aus, das es auf dem Land und in weniger touristisch entwickelten Regionen sehr anders sein muss. Ein bisschen spürte ich das schon, als ich heute mit dem Fahrrad aus dem alten Stadtzentrum (voller Touristen) in die Randgebiete (nur Locals) von Luang Prabang gefahren bin. Hier kostete das Wasser plötzlich nur noch die Hälfte. Aber wer will das den Laoten schon verübeln? Sollen sie ruhig von den Touris profitieren, denn das machen sie sehr viel zurückhaltender als viele aufdringliche Thais.
Luang Prabang ist auch berühmt für die Handwerkskunst der verschiedenen umliegenden Volksstämme. Diese handwerklichen Erzeugnisse werden hier natürlich überall verkauft, den kleinen Läden und auch auf dem alltäglichen Nachtmarkt. Hier könnte ich immer weiter Andenken und Geschenke kaufen und bei vielen Sachen denke ich an bestimmte Familienmitglieder und Freunde, denen die Sachen bestimmt gut gefallen würden. Aber leider habe ich ein Gewichtsproblem. Ok, ich habe auch ein kleines seit Australien, aber eigentlich meine ich mein Reisegepäck. Mein Backpack ist nicht nur voll, nein, er überschreitet auch inzwischen sein zulässiges Gesamtgewicht für den Rückflug nach Deutschland. In 15 Monaten sammelt sich so einiges an, was mich leider davon abhält, mich mit Geschenken für die Daheimgebliebenen einzudecken. Mal sehen, was ich von meinen Sachen aussortieren kann, um Platz zu schaffen. Wäre ja ne Schande...
Ach ja, da war ja noch meine unvergessliche Fahrt auf dem Mekong. Leute, das müsst ihr gemacht haben! Ich bin nach dem Übersetzen der Grenze von Thailand nach Laos, was einer Überquerung des Mekong entspricht, zuerstmal an den Grenzbeamten nicht vorbei gekommen. Ich war wohl schlecht vorbereitet, denn ich hatte nicht wie erforderlich ein Passbild für den Visumsantrag dabei. Aber mit ein bisschen Geld geht das schon, dauert dann nur 15 min länger. Nachdem ich die Visagebühr von 30 US$ bezahlt hatte, konnte ich passieren. Um mein "Slow boat" nach Luang Prabang buchen zu können, brauchte ich dann mehr Cash. Ich also zum vermeintlich einzigen ATM (Geldautomat), um festzustellen, das der außer Betrieb war. Schöne Sch....! Ich wurde dann 3 mal auf einen späteren Zeitpunkt vertröstet. Nach 1,5h warten kam die Abfahrtszeit des Bootes immer näher. Ich hatte nur noch 30min. Was sollte ich also machen? Jeder einzelne meiner wenigen Tage in Laos ist doch so kostbar. Ich hatte ja schon vorher eine Reihe von Locals nach Alternativen gefragt, ohne Ergebnis. Als ich dann ein wenig Druck in der Bank machte, teilte mir eine Angestellte unter vielfacher Entschuldigung mit, ich könnte doch zur zweiten Bank im Ort gehen, die hätten noch einen ATM. Ich war ziemlich fassungslos, aber machte mich dann glücklich auf dem Weg. Um es kurz zu machen, ich hab mein Boot, das 1,5h verspätet ablegte, noch bekommen.
Es folgten zwei Tage auf dem Mekong. Die engen unbequemen Holzbänke, von denen mir vorher berichtet wurde, sind inzwischen abgeschafft. Dennoch ist jeder Sitz nach ein paar Stunden unbequem, was aber die wundervollen Eindrücke nicht schmälern konnte. Am ersten Tag waren es 6 h, am zweiten Tag 7,5h Fahrt. Wir passierten kleine Dörfer oder Siedlungen mit wenigen Häusern, wo wir manchmal Einheimische aufnahmen oder vom Boot entließen. Immer vorbei am immergrünen Dschungel und den Bergen, durch die sich der Mekong schlängelt. Auch nach zwei Tagen hat der Regenwald für mich seine Faszination nicht verloren.
Da es ja zwei Tage auf dem Mekong waren, musste man eine Nacht in Pak Beng übernachten. Wir wurden schon vorher gewarnt, das die Bewohner sehr aufdringlich sind bei der Ankunft und wir auf unser Gepäck aufpassen sollten. War ein guter Tip, wie ich meine. Mich hat es dann doch etwas überrumpelt, als ein allzu freundlicher Laote, der mit anderen auf das Schiff sprang, ehe wir dieses verlassen konnten, als erstes ein Zimmer mit frei Whiskey anbot und direkt hinzufügte, ich könnte da auch Opium und Marihuana rauchen. Um sein Angebot zu unterstreichen zeigte er mir den Inhalt seiner Hosentasche mit Opium und einem Päckchen Gras und einen Prospekt des Guesthouses. Ich sollte doch mal mitkommen und es ansehen. Ich sagte nur noch verdattert "No, maybe later...", meinte natürlich sein angeworbenes Zimmer, und versuchte ihn loszuwerden. War wohl die falsche Antwort gewesen, die ihm Hoffnung machte. Denn er verfolgte mich bis zum Guesthouse, wo ich schließlich unterkam. Und dort klopfte er dann ans Zimmer und kam unaufgefordert rein. Als ich ihm erklärte, das es wohl ein Missverständnis war, zog er mit tottrauriger Miene ab. Tat mir echt Leid, der kleine Mann.
Angeblich ist der Opium- und Marihuanakonsum in Laos eher die Regel mit langer Tradition als die Ausnahme, wie ich gehört habe. Bestätigt wird das durch die Opiumpfeifen, die man hier auf dem Markt angeboten bekommt.
Nun bin ich also in Luang Prabang. Hier werde ich noch bis zum 10.07. bleiben. Und da es hier so viel gibt, was man machen kann, habe ich mir etwas für mich besonderes ausgesucht. Ich habe mal Geld in die Hand genommen und einen Tagestrip gebucht. Und zwar werde ich einen Tag mit meinem persönlichen Elefanten verbringen. Zuerst werde ich ein Mahout-Training absolvieren, dann eine Stunde Reiten lernen, danach mit dem Elefanten im Fluss baden gehen und ihn so richtig schrubben, dann einen längeren Elefantenritt im Dschungel machen, bei dem ich alleine in seinem Genick sitze und ihn anschließend füttern. Ach ja, es geht auch noch zu einem großen Wasserfall im Dschungel, in dem gebadet wird. Der ganze Spaß kostet für laotische Verhältnisse ein Vermögen von 73 US$, was auch mir ziemlich weh tut. Aber ich tröste mich mit der Einmaligkeit dieser Sache und damit, dass das ganze als Ökotourismus auf Nachhaltigkeit beruht und ich damit direkt ein Umweltschutzprojekt unterstütze.
Abgesehen von all dem tollen Zeug, Leute, es ist verdammt heiß hier! Ihr habt ja keine Vorstellung...
Dienstag, 5. Juli 2011
Ich will mehr...
Diese krassen Gegensätze in den Städten: Dreck, arme Menschen, andauernd drohender Verkehrsinfarkt, aber auch prunkvolle Tempel überall, die vielen Straßenhändler und genialen mobilen Garküchen und bunten Märkte. Unglaublich spannend und so anders als das, was man so kennt. Vor allem auch günstig, selbst die Sachen, die man dann kennt. Wenn man sich bewußt ist, das man hier nicht immer von Originalprodukten spricht, die Menschen einen schonmal gerne übers Ohr hauen und gerne aufdrängen (zumindest in der Stadt), kann man so richtig das shoppen und schlemmen genießen. In Bangkok bekommt man übrigens ziemlich schnell den Eindruck, das alle Bewohner dieser riesige Metropole unter einer Decke stecken müssen. Wie abgesprochen bekommt man von allen Leuten die man so trifft, die gleichen falschen Informationen, auch wenn es demjenigen nichts nützt, was mir einige Rätsel aufgibt. Aber wahrscheinlich hat jeder irgendwo einen Verwandten oder Freund sitzen, der davon profitiert, das man mal wieder einen Farang (Weißer) für dumm verkauft hat. Wenn man das System aber einmal verstanden hat, kann man es ja auch nutzen. So geht man dann zu einem Tuktuk-Fahrer und handelt einen günstigen Preis aus, im Gegenzug vereinbart man mit ihm, das er ein oder zwei Geschäfte, meistens Schneider oder Schmuckverkäufer, anfährt und man dort ein Interesse vorspielt. Dafür bekommt der gute Mann dann wertvolle Benzingutscheine von den besagten Firmen. Alle sind glücklich und du bist etwas mehr Zeit los. Soweit zum Allgemeinen.
Mit dem Roller haben wir die ganze Insel abgefahren und erkundet, soweit das möglich war. Kann ich nur empfehlen. Macht einen Heidenspaß, Nervenkitzel inklusive, versprochen.
Überall kann man sich am Wegesrand an kleinen Ständen mit frischen exotischen Früchten eindecken oder holt sich gleich seinen Fruchtshake der Wahl. Eigentlich ist das überall in Thailand so, was ganz klar ein riesen Plus ist. Ich liebe die Mangos hier, die Ananas...einfach alles. Probiert unbedingt Mangosteenen und natürlich alles, was ihr sonst nicht kennt!
Ansonsten haben wir uns auch hier einen Roller ausgeliehen und die Insel erkundet, die allerdings viel kleiner ist und locker an einem Tag erkundet werden kann, was das Straßennetz angeht.
Montag, 4. Juli 2011
Goodbye Australia
Obwohl etwas verspätet möchte ich hiermit das Kapitel Australien mit einen kleinen Eintrag im Blog schließen.
Ich fasse den Abschied für Interessierte kurz zusammen. Ich wurde von Pete, Anna und ihren Kindern sehr nett verabschiedet und man konnte spüren, das man sich doch schon in der kurzen Zeit aneinander gewöhnt hatte. So richtig ans Herz ging es mir, als Pete am Geburtstag seiner Tochter Georgia laut zum Familienkuscheln ("family cuddling") aufrief und sein Sohn Will mich sofort wie selbstverständlich dazu aufforderte mitzumachen. Das laute Lachen verstand er garnicht.
Die letzten beiden Tage verbrachte ich mit Anja bei Anna´s Mutter in einem sehr luxuriösem Haus in den Perth Hill´s, einer echt schönen Gegend bei Perth. Mein Haus in Beacon hatte ich einigermaßen aufgeräumt und sauber verlassen und musste Porky nur den Strom der vergangenen Monate bezahlen. Ich hatte sozusagen die ganze Zeit umsonst gewohnt! Was für nette Leute, die Aussies.
Ich führe die Geschehnisse der letzten Tage in Australien nicht näher aus, aber nach dem Ende der Seeding Zeit wurden vermehrt BBQ´s im Bush abgehalten, mit den ganzen Familien, Lagerfeuer und Kühlboxen voll mit Leckereien und Bier. Die Leute waren alle sehr Entspannt nach der stressigen Zeit und ich fühlte mich sehr wohl, was es nicht leichter machte, den tag des Abschieds näher rücken zu sehen. Als kleines Dankeschön haben Anja und ich für "unsere" Familien zusammen ein "typisch" deutsches Essen zubereitet. Nun ist man ja etwas eingeschränkt im kleinen Beacon, zumindest was die Zutaten angeht, also haben wir einen riesigen Schweinebraten mit Kruste, dazu die guten Knödel nach Omas Rezept und grüne Bohnen mit Speck gemacht. Nicht nur für die Aussies war das ne Premiere, aber es kam alles super an.
Nachdem wir uns von Beacon und seinen Einwohnern mehr (ganz vorne dabei der gute Noel und seine Frau Michel) oder weniger verabschiedet hatten, fuhren wir mit Pete und seiner Familie nach Perth, wo wir wie erwähnt bei Anna´s Mutter wohnten. Ich versteh immernoch nicht, warum eigentlich fremde Menschen so nett zu mir waren. Anja und ich haben ein eigenes Schlafzimmer bekommen, ein eigenes Auto zum rumfahren und wurden zum Schluss noch zum Flughafen gebracht und verabschiedet. Außerdem wurde der gesamte Wochenablauf der Familie nach unseren Reiseplänen koordiniert und wir wurden 350km nach Perth gefahren. Und das alles für einen deutschen Backpacker, der ein paar Wochen dort gearbeitet hatte. Ich kann mir das in Deutschland nur schlecht vorstellen, das muss wohl wirklich einer der Unterschiede sein. Überzeugt mich eines Besseren und ich nehme alles mit Freude zurück.
War ne tolle Zeit in WA. Jederzeit wieder. Ich bin natürlich traurig, das ich fast nichts vom Land gesehen habe, all die tollen Sachen an der Küste, die Nationalparks, die Tiere zu Land und zu Wasser wie die Dugongs und Krokodile...ich würde sagen, ich habe genug Gründe zurück zu kommen. Und Pete und seine Familie haben die Hoffnung noch nicht aufgeben, das ich zum Arbeiten zurück komme.
Also, auf nach Thailand...
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