Sonntag, 19. September 2010

Unterwegs nach Tonga

Die letzten Tage in Maketu waren etwas turbulent, da wir einen 3-tägigen Sturm hatten, der immernoch nicht ganz abgeklungen ist. Durch den Sturm ist zeitweise das WWW, Strom und Wasser ausgefallen. War also echt ein heftiger Sturm. Deshalb auch kein Beitrag im Blog. Wird hiermit nachgereicht.
Zunächst einmal bin ich vor 3 Tagen mit meinem Arbeitskollegen Joe, der aus Fidji kommt, zum Speerfischen in die Bucht von Maketu gegangen. Zusätzlich haben wir ein 30 m langes Netz in einen Tidenkanal gestellt. Gestarten haben wir unser Vorhaben 7.30 Uhr abends. Ziel unserer Speere waren die Flundern, die nachts auf dem Sandboden schlafen oder auf Beute lauern. Mit eingehender Flut kommen mehr Flundern und auch andere Fische in die seichte Bucht, die wir dann mit dem Netz fangen wollten.
Leider hatte ich im Gegensatz zu Joe keinen Neopren-Wetsuit, sondern nur meine Badehose und ein Longsleeve. Leute, ich kann euch berichten, es war soooooooo KALT!
Bis zur eintreffenden Flut haben wir die Flundern mit unseren Kopflampen gesucht, um sie zu speeren. Kurz gesagt, wir haben keine gesehen. Was wahrscheinlich daran lag, das wir in zu seichtem Wasser waren. Normalerweise wird mit einem starken Unterwasserscheinwerfer gesucht, der leider defekt war. So konnten wir nur mit unseren schwachen Kopflampen suchen. Also kein Erfolg mit den Speeren. Bei eintreffender Flut traten wir unseren Rückweg an, um das Netz zu kontrollieren. Und ja, wir hatten Glück. Oder Joe`s Können und Erfahrung waren verantwortlich. Wir fingen 5 Flundern, 4 Heringe und 7 sehr große Fische, deren Komplizierten Namen ich leider vergessen habe. Auf dem Bild sehr ihr unseren Fang in einer großen halbierten Regentonne. Um 11.30 Uhr beendeten wir nach 4-maligem leeren des Netzes unseren Fischzug auf meine Bitte hin. Es war scheiße KAAAALT!
Als ich zurück auf die Farm kam, hörte ich den Rotorenlärm eines Helikopters. Dann erinnerte ich mich, das die riesigen Windräder auf den Kiwifarmen dazu dienen, den Frost aus dem Orchard zu blasen. Wir hatten also Frost! Oh Mann, mir wurde direkt noch etwas kälter. Falls das überhaupt möglich war. Die heiße Dusche war kein Genuß! Nach 4 h im kalten Wasser war es sehr schmerzhaft. Geschlafen habe ich trotz des Lärms wie ein Baby. Endlich wieder Fisch gefangen.
Am nächsten Tag haben wir den Fisch auf dem Grill zubereitet und "Raw Fish" gemacht, eine Spezialität der pazifischen Inseln. Ach ja, mein Boss Don ist übrigens halb Fidji. Die kleingeschnittenen Filets wurden in Zitronensaft und Salz 4 h gebeizt und später mit Tomaten, Kokosmilch und Pfeffer zubereitet. Sehr lecker. Mach ich mal, wenn ich zurück bin.
Vorgestern haben Dan und ich als kleines Dankeschön für Don und Lesley gekocht. Ok, Dan war der Koch und bereitete ein Israelisches Mahl zu. Ich war dann für das Dessert zuständig. Ich habe einen Apfelstrudel gebacken. Leider stellte sich heraus, das der für Don und Lesley nichts neues war. Aber war trotzdem sehr lecker.
Gestern war dann mein letzter Tag auf der Farm. Don und seine Frau Lesley haben mich und Dan zum Essen in einem Restaurant eingeladen. Leider mussten wir das aber absagen, da der Sturm das Openair- Essen unmöglich machte. Als Entschädigung wurden wir dafür wieder mal bekocht und vorher in den Hot Spa eingeladen. Natürlich wieder mit kaltem Bier. Herrlich! Nach 1h im 38°C warmen Wasser und 2 Bier ist dann der israelischer Elitesoldat erstmal in Ohnmacht gefallen. Nach 10 min gings dann wieder.
Das Essen war sehr gut und nach dem gemütlichen letzten Abend habe ich mich hundemüde und voller Vorfreude ins Bett (im Van) gelegt.
Don hat mich heute Mittag nach Tauranga gebracht. Von dort habe ich den Bus nach Auckland genommen. Und dort bin ich nun, im Esquire Cafe, und schreibe. Morgen früh um 7.15 Uhr geht mein Flug. Musste mir übrigens eben ne neue Badehose kaufen. Habe doch tatsächlich einige Kilos auf der Farm gelassen. Zwei Monate Arbeit hinterlassen Spuren.
Da ich auf Tonga wahrscheinlich kein Internet haben werde, verabschiede ich mich vorläufig für die nächsten 18 Tage. Vorläufuger Aufenthaltsort ist Königreich Tonga, Inselgruppe Ha`apai, Insel Lifuka. Unterkunft immernoch unbekannt. Abenteuer, ich komme.
Habe mich übrigens nach einer Email des Tauchclubs auf Lifuka gegen die Fähre entschieden. Zu gefährlich, kein Fahrplan und 10 h Fahrzeit gegenüber 35 min Flugzeit der Airline.
Schaut mal auf Fins`n`Flukes vorbei, dann könnt ihr einen Eindruck gewinnen, was ich da auf der Insel so alles treibe.
Sonne, ich komme.

Samstag, 11. September 2010

Wasser

Leute, ich bin beeindruckt, aber auch ein bisschen deprimiert, das soviel Wasser vom Himmel fallen kann! Man hat das Gefühl, die Welt versinkt. Und es ist tierisch laut in meinem Van, wenn ich schlafen will. Irgendwann gewöhnt man sich aber an den monotonen Klang.
Dan und ich sind inzwischen umgezogen, von unserem Campingplatz in Maketu auf die Farm. Sparen Geld und Zeit, da wir weniger Miete und weniger Sprit bezahlen. Vorgestern sind wir umgezogen und ich habe am gleichen Tag meine Betty zur Werkstatt gebracht. Plan war, provisorisch eine Nacht bei Dan im Van zu schlafen. Daraus wurde nichts! Durch enorm starken Regen und Sturm ist gleich an 4 Stellen Wasser in seinen Van eingedrungen und hat alles durchnäßt, was möglich war. Darunter auch das Bett. Da wir nur 3 h arbeiten konnten wegen dem Wetter und dann auch noch das Desaster mit dem Auto hatten, waren wir ziemlich weit unten mit unserer Laune.
Dann kam mein Boss Don. Der musste uns erstmal das Heißwassergerät für die Dusche repariere und hatte Ersatzteile gekauft. Wir sind übrigens seit 4 Jahren die ersten Angestellten, die hier wohnen. Seit damals lagen einige Sachen brach. Wußten wir aber vorher nicht, so dass wir ein wenig schlechts Gewissen hatten durch die Arbeit und die teuren Ersatzteile.
Dann hat er uns bemitleidenswerten Gestalten wieder mal zum Essen eingeladen und etwas von Hot Tub erzählt. Hm, Hot Tub, Spa, was will der Mann mir da grad mitteilen, dachte ich so bei mir. Der sagte, ich solle bitte folgen! Ok, dann mal los. Hinters Haus. Und da war er. Ein riesiger hypermoderner Jacuzzi. Mit Lichtshow, Massageeinstellungen, beleuchteter Wasserfall, integrierten Boxen und MP3-Player sowie einem Floß für Getränke. Ich war beeindruckt. Sollte ich wohl auch. Aber dachte auch, ok, schön für dich Don.
Aber ne, schön für mich! Und Dan. Denn er zeigte mir die Handtücher und wir sollten rein. 20 Minuten Programm bei 40°C und er brachte uns sogar jedem ein eiskaltes Bier an den Jacuzzi. Und das alles, wärend draußen die Welt unterzugehen schien vor Regen, der auf das Dach der Veranda krachte. Ich dachte, ich träume. Wie in einem guten Film. Und dann das Essen danach. Der perfekte Boss.
Geschlafen haben wir übrigens in der Küche auf Feldbetten. Die angebotenen Betten im Wohnhaus konnten wir nun wirklich nicht mehr annehmen. Das war für uns einfach zu viel.
Gestern habe ich dann meinen Van aus der Werkstatt abgeholt. 600$ ärmer (billigere Werkstatt gefunden) aber dafür habe ich direkt im Anschluss einen neuen WOF (TÜV) für meine Betty bekommen. Gutes Gefühl! Und ich habe wieder mein eigenes Zuhause;)
Zumindest mein eigenes Bett. Auch wenn es grade wieder laut ist. Regen, Regen, Regen, starker Regen, schwacher Regen, wasserfallartiger Regen...und ab und zu Schauer. Ich brauch Sommer! Noch 9 Tage bis Tonga.

Dienstag, 7. September 2010

Petri Heil











Mit meinem Boss Don habe ich wirklich großes Glück, muss ich an dieser Stelle nochmal sagen. Der hat Dan und mich zum Angeln auf sein Boot eingeladen. Als er gehört hat, das ich zum Tauchen nach Tonga fliege, hat er dann auch gefragt, ob ich dann nicht auch direkt am gleichen Tag einen Tauchgang machen möchte. Equipment hätte er für 2 Leute und das Boot wäre ja schließlich sowieso bereit. Habe natürlich direkt begeistert zugestimmt, da mir das Tauchen in Neuseeland bisher zu teuer war. Und hier würde ich es schließlich umsonst bekommen. Leider ist das mit dem Tauchen bisher ins Wasser gefallen, da Don erfahren hat, das Dan auch gerne tauchen möchte und er nicht genug Equipment für uns 3 hat. Verdammt! Vielleicht beim nächsten mal, meinte er noch. Aber da ich nicht mehr solange hier bin, wird es knapp werden. Große Hoffnung habe ich nicht. Also dann nur zum Angeln raus. Nur! Man, der Don weiß ja garnicht, was er uns damit für ne Freude gemacht hat. Wir haben uns wirklich riesig wie kleine Jungs darauf gefreut. Mit an Bort war dann noch ein Freund von Don, Barry. Sehr netter Kerl mit einem breiten Kiwiakzent und einer großen Vorliebe für Bier. Das wir natürlich alle an Bort genossen haben. Was wäre ein Angelausflug ohne Bier. Sind also aus dem Hafen von Tauranga mit dem GPS zu bekannten Plätzen gefahren und haben unser Glück versucht. Das Wetter war hervorragend mit kleinen Abstrichen beim Wind. Der war ziemlich kalt. Würde gerne von unseren unglaublich vielen und noch unglaublich größeren Fischen berichten, die wir auf unserem Angelausflug gefangen haben. Aber Pustekuchen, nix da! Nicht ein Fisch wurde von uns gefangen. Und das obwohl es in Neuseeland sozusagen eine Garantie gibt, das man etwas fängt, wenn man mit einem Boot rausfährt. So habe ich es zumindest von jedem bisher gesagt bekommen. Und alle schwärmen, wie groß der Fang vom Boot aus ist. Habe an dem Tag auch tatsächlich andere Boote gesehen, die zeitgleich zwei große Barrakuda gefangen haben. Als die wieder ins Wasser geworfen wurden, habe ich erst mal blöd geguckt. Auf Nachfrage bekam ich erklärt, das die niemand haben wolle, weil die anderen Arten besser seien (Snapper, Kahawai). Ok, die muss man aber erstmal fangen...
Angeln soll ja auch als Zeitvertreib und zur Entspannung genutzt werden, was Dan und ich dann auch gemacht haben. Enttäuscht war aber trotzdem vor allem Dan, der sich vorher in wilde Träumereien mit Haien und riesigen Snappern gesteigert hatte.
Auf dem Boot hat Dan dann seinen speziellen Kaffee mit Gewürzen (Nachle) für alle gekocht. Zum Lunch gab es dann leider keinen Fisch, sondern nur Buns mit Vegemite und Butter. Am meisten Spaß hat es gemacht, oben auf dem Deck zu sitzen und bei Vollgas der 2 x 200PS Motoren die Aussicht und die Sonne zu genießen. Ein wirklich schöner Tag. Auch ohne Fisch. Mein super netter Boss Don hat uns danach noch auf ein Bier eingeladen und anschließend bei sich zuhause zum Essen. Als kleine Entschädigung sozusagen. Wurde noch ein sehr netter Abend mit Dan, Don und seiner Frau Leslie. Und lecker Essen. Das erste Essen seit Wochen, das ich nicht selber nach der Arbeit kochen mußte. Toller Tag. Abschließend hat Don uns dann noch eingeladen, vom Campingplatz in Maketu auf seine Farm zu ziehen. Geschlafen wird weiterhin im Van, aber wir können die Arbeiterküche und -bäder nutzen. For free. Und meinen Van kann ich auch auf der Farm lassen, während ich auf Tonga bin. Ihr seht, mit den Menschen hier läufts ziemlich gut.

Samstag, 4. September 2010

Naturgewalt

Hallo liebe (besorgte) Mitmenschen. Es geht mir gut. Habe selber von dem heftigen Erdbeben in Christchurch erst aus den Nachrichten erfahren, nachdem ich einen wundervollen Tag auf einem Boot verbracht habe. Aber dazu morgen mehr in einem neuen Post.
Christchurch befindet sich auf der Südinsel, ich mich aber immernoch auf der Nordinsel, also keinerlei Gefahr. Hatten letzte Woche ein leichtes Beben in unserer Gegend, das ich aber kaum bemerkt habe.
Trotzdem finde ich es sehr Schade für Christchurch und für mich, da ich die Stadt ja noch besuchen möchte. Mal sehen, was ich von den Schäden zu sehen bekomme. In den Nachrichten habe ich sehr beeindruckende Bilder gesehen.
Also bis morgen, dann auch ein paar Bilder meines Bootsausflugs. Jetzt ist es leider schon zu spät, muss ja morgen wieder arbeiten.
Gute Nacht