Zunächst einmal bin ich vor 3 Tagen mit meinem Arbeitskollegen Joe, der aus Fidji kommt, zum Speerfischen in die Bucht von Maketu gegangen. Zusätzlich haben wir ein 30 m langes Netz in einen Tidenkanal gestellt. Gestarten haben wir unser Vorhaben 7.30 Uhr abends. Ziel unserer Speere waren die Flundern, die nachts auf dem Sandboden schlafen oder auf Beute lauern. Mit eingehender Flut kommen mehr Flundern und auch andere Fische in die seichte Bucht, die wir dann mit dem Netz fangen wollten.
Leider hatte ich im Gegensatz zu Joe keinen Neopren-Wetsuit, sondern nur meine Badehose und ein Longsleeve. Leute, ich kann euch berichten, es war soooooooo KALT!
Bis zur eintreffenden Flut haben wir die Flundern mit unseren Kopflampen gesucht, um sie zu speeren. Kurz gesagt, wir haben keine gesehen. Was wahrscheinlich daran lag, das wir in zu seichtem Wasser waren. Normalerweise wird mit einem starken Unterwasserscheinwerfer gesucht, der leider defekt war. So konnten wir nur mit unseren schwachen Kopflampen suchen. Also kein Erfolg mit den Speeren. Bei eintreffender Flut traten wir unseren Rückweg an, um das Netz zu kontrollieren. Und ja, wir hatten Glück. Oder Joe`s Können und Erfahrung waren verantwortlich. Wir fingen 5 Flundern, 4 Heringe und 7 sehr große Fische, deren Komplizierten Namen ich leider vergessen habe.
Als ich zurück auf die Farm kam, hörte ich den Rotorenlärm eines Helikopters. Dann erinnerte ich mich, das die riesigen Windräder auf den Kiwifarmen dazu dienen, den Frost aus dem Orchard zu blasen. Wir hatten also Frost! Oh Mann, mir wurde direkt noch etwas kälter. Falls das überhaupt möglich war. Die heiße Dusche war kein Genuß! Nach 4 h im kalten Wasser war es sehr schmerzhaft. Geschlafen habe ich trotz des Lärms wie ein Baby. Endlich wieder Fisch gefangen.
Am nächsten Tag haben wir den Fisch auf dem Grill zubereitet und "Raw Fish" gemacht, eine Spezialität der pazifischen Inseln. Ach ja, mein Boss Don ist übrigens halb Fidji. Die kleingeschnittenen Filets wurden in Zitronensaft und Salz 4 h gebeizt und später mit Tomaten, Kokosmilch und Pfeffer zubereitet. Sehr lecker. Mach ich mal, wenn ich zurück bin.
Vorgestern haben Dan und ich als kleines Dankeschön für Don und Lesley gekocht. Ok, Dan war der Koch und bereitete ein Israelisches Mahl zu. Ich war dann für das Dessert zuständig. Ich habe einen Apfelstrudel gebacken. Leider stellte sich heraus, das der für Don und Lesley nichts neues war. Aber war trotzdem sehr lecker.
Gestern war dann mein letzter Tag auf der Farm. Don und seine Frau Lesley haben mich und Dan zum Essen in einem Restaurant eingeladen. Leider mussten wir das aber absagen, da der Sturm das Openair- Essen unmöglich machte. Als Entschädigung wurden wir dafür wieder mal bekocht und vorher in den Hot Spa eingeladen. Natürlich wieder mit kaltem Bier.
Das Essen war sehr gut und nach dem gemütlichen letzten Abend habe ich mich hundemüde und voller Vorfreude ins Bett (im Van) gelegt.
Don hat mich heute Mittag nach Tauranga gebracht. Von dort habe ich den Bus nach Auckland genommen. Und dort bin ich nun, im Esquire Cafe, und schreibe. Morgen früh um 7.15 Uhr geht mein Flug. Musste mir übrigens eben ne neue Badehose kaufen. Habe doch tatsächlich einige Kilos auf der Farm gelassen. Zwei Monate Arbeit hinterlassen Spuren.
Da ich auf Tonga wahrscheinlich kein Internet haben werde, verabschiede ich mich vorläufig für die nächsten 18 Tage. Vorläufuger Aufenthaltsort ist Königreich Tonga, Inselgruppe Ha`apai, Insel Lifuka. Unterkunft immernoch unbekannt. Abenteuer, ich komme.
Habe mich übrigens nach einer Email des Tauchclubs auf Lifuka gegen die Fähre entschieden. Zu gefährlich, kein Fahrplan und 10 h Fahrzeit gegenüber 35 min Flugzeit der Airline.
Schaut mal auf Fins`n`Flukes vorbei, dann könnt ihr einen Eindruck gewinnen, was ich da auf der Insel so alles treibe.
Sonne, ich komme.