Sonntag, 29. August 2010

Naturgesetz

Es scheint ein Naturgesetz zu geben, das es unmöglich macht, mehr als 2 Tage hintereinander Glück zu haben. Das Tonga-Grinsen ist mir zumindest vergangen, als ich gemerkt habe, das dieses Gesetz auch in Neuseeland gilt (wie alle anderen Naturgesetze übrigens auch;)
Ok, jetzt mal Tacheles (kommt übrigens aus dem Hebräischen, wie ich jetzt von Dan weiß): Meine Betty bekommt keinen neuen WOF (neuseeländischer TÜV)!! Zumindest solange nicht, bis das Dach repariert ist oder gar ein neues an seiner Stelle ist. Und das alles wegen Korrosionsschäden, die angeblich meine Sicherheit bei einem Unfall beeinträchtigen. Ok, kann ja sein, aber der Rost war auch schon da, als ich den Van gekauft habe. Ich also in eine Spezialwerkstatt und nachgefragt. Und dann eine Klatsche nach der anderen. Zuerst mal, es soll so um die 700NZ$ kosten!!!! FUCK! 700 $, Mann! Und das 2 Tage, nachdem ich meinen Flug nach Tonga gebucht habe, um mir was zu gönnen. Dann hat der gute Mann mir erklärt, das der Wagen auch den letzten WOF nicht hätte bekommen dürfen, da diese Schäden schon älter sind und kaschiert wurden und das die alten Besitzer mich betrogen haben müssen. Als er mich dann fragte, wieviel ich bezahlt habe, und ich antwortete, lachte er laut los. Das saß! Tag gelaufen, dachte ich nur.
Dachte ich. Bekam aber dann noch ne Zugabe, als abends mein Autoradio, mit dem ich auch meine MP3 abspiele, kaputt ging. In einer solchen Situation hat es ein Atheist schwer, da er auf keinen Gott schimpfen kann. Blieb mir also nichts anderes übrig, als mich in mein Schicksal zu ergeben.
Die Sache mit dem Radio hat sich übrigens heute erledigt. Dan konnte es wieder hinbekommen, hatte das gleiche Problem mit seinem vor mir.
Die Pechsträhne sollte damit aber nicht zuende sein, denn heute habe ich eines der stärksten Gewitter erlebt. Mit Hagel. Und damit meine ich große Hagelkörner, etwa kirschgroß, und ich meine die großen dunkelroten Kirschen, die so schön knacken. Das Knacken hatte ich dann auch bei meiner Windschutzscheibe! 3 schöne Schäden, vergleichbar mit denen eines Steinschlags, plus unzählige Kratzer und winzige Absplitterungen. Kosten werden morgen erkundet.
Hm, bräuchte jemanden, auf den ich fluchen und, noch besser, einprügeln kann. Wer meldet sich freiwillig? Den Tip mit dem Kopfkissen könnt ihr euch sparen, ich hab keins. Und werde auch keins kaufen!
Ok, wie mit allen Naturgesetzen, so muss ich wohl auch mit diesem leben. Und darauf hoffen, dass das Pendel bald wieder in die andere Richtung ausschlägt.
Nach Tonga fliege natürlich trotz allem.

Mittwoch, 25. August 2010

Ich habe es getan

Soeben habe ich meine Flüge ins Königreich Tonga gebucht!!! 217€ hin und zurück. Vom 20. September bis 07. Oktober bin ich vorrübergehend nicht in Neuseeland zu erreichen.
Da nach meinen Informationen die einzige Fähre (die günstigste Art sein Leben zu riskieren) des Königreichs gesunken ist, wird es wohl ziemlich spannend, wie ich auf die einzelnen Inseln komme. Vielleicht gibt es bis dahin ja ne neue Fähre. Angeblich soll die aber erst im Oktober kommen. Wenn ihr Infos zu der Fähre findet, oder andere Transfermöglichkeiten wißt, lasst es mich wissen;)
Da ich auch tauchen möchte, werde ich versuchen, die Inselgruppe Ha`apai zu erreichen, die besonders schöne Riffe haben soll. Kann ga nicht sagen, wie sehr ich mich darauf freue. Um das Abenteuer perfekt zu machen: ich habe keinen Schimmer, wo ich absteigen werde. Zwar weiß ich von einigen Hostels auf der Insel Lifuka, aber ich bin in der Hochsaison da. Wenn man denn auf Tonga davon sprechen kann. Schaun wa mal. Schlafsack ist im Gepäck!

Dienstag, 24. August 2010

Blokart und Klein Jonathan

Auf einer seiner Stippvisiten hat uns Don, mein Boss, ganz nebenbei erzählt, das er der neuseeländische Vizemeister und damit aktuelle Nummer zwei im Schwergewicht des Blokart ist. Dieser Sport ist wohl, wie so viele andere ausgefallene Sportarten, wieder ne Kiwierfindung. Zumindest habe ich das so verstanden. Die besten Fahrzeuge werden hier in NZL gebaut und weltweit verkauft. Mit ca. 5500 NZ$ ist man dabei.
Don hatte gestern ein Training mit Freunden und uns spontan dazu eingeladen, wenn wir denn früher Feierabend machen würden. Da wir mit Dans Auto an der Arbeit waren, war ich leider auf ihn angewiesen und da er arbeiten wollte, mußte ich ihn erstmal zu einem Kompromis überreden. Der bestand daraus, bis 3 Uhr zu arbeiten und dann zu dem als "social event" beschriebenen Training zu fahren, das auf dem Parkplatz des Rugbystadions von Tauranga stattfand. Da ich noch nie mit diesem Sport in Berührung kam, war ich neugierig. Außerdem konnte ich mir nach einer 70 h Woche bei blendendem Wetter schöneres vorstellen, als weitere 10 h zu arbeiten. Als wir ankamen, waren bei diesem social event statt der erwarteten Menschenmenge nur 4 Freunde von Don, alle professionelle Blokart-Fahrer, die Dan und mich direkt freundlich grinsend begrüßten: Ihr seid also die Arbeiter?!
Mal eben Hallo gesagt, meinte Don nur, wer denn der Erste sei? Gab mir den Helm, meinen einzigen Schutz, in die Hand und erklärte mir in 2 Minuten worauf es ankommt. Unter anderem gibt es keine Bremse! Ziemlich überrumpelt saß ich nun in dem Blokart und wurde angeschoben bis ich den Wind fing.
Leute, die Beschleunigung war genial! In den engen Kurven fuhr ich nur auf zwei der drei Reifen, was einen gehörigen Adrenalinschub verursachte. Dieser Sport ist Spaß pur, wirklich! Ich bin echt bgeistert. Wenn das nicht so teuer wäre, würde ich direkt so ein Ding kaufen. Und wenn man sich dann noch vorstellt, damit am Strand zu fahren, wo auch die Rennen stattfinden...genial! Für mich war das leider viel zu kurz, aber immerhin mal probiert. Um eine Erfahrung reicher. Wenn ihr die Chance habt, macht es! Es ist nicht schwer. Nach mir fuhr Dan, der ein richtiges Talent zu sein scheint.
A propos Dan: Nachdem wir ja jetzt breits 1 Monat zusammen arbeiten und auch sonst unsere freie Zeit miteinander verbringen und Spaß haben, kann ich ihn wohl als Freund bezeichnen. Wir betreiben regen kulturellen und kulinarischen Austausch, was für die Kulturwissenschaftler unter euch bestimmt interessant wäre. So viele Parallelen. Unter anderem habe ich jetzt herausgefunden, das unser deutsches Hänschenklein im hebräischen der Klein Jonathan ist. Ihr seht, uns gehen die Themen nicht aus;)
Neben Dan bezeichne ich jetzt auch Rusty als Freund. Die beste Hundeseele, die ich mir vorstellen kann. Bin richtig vernarrt in den Kerl. Deshalb auch nochmal ein Foto.
Was meine Pläne angeht, ich habe gestern einen sehr günstigen Flug nach Tonga gefunden. Nur mit der Unterkunft hapert es noch. Ob ich das Risiko eingehen soll und einfach ohne fliegen soll? Abenteuer pur. Hm, mal sehen. Das schöne ist, ich muss mich ja nicht festlegen. No worries.

Samstag, 14. August 2010

Freie Tage









Heute habe ich frei. Leider nicht wirklich erfreulich, da ich lieber arbeiten würde, aber wegen dem wirklich schlechten Wetter nicht möchte. Seit gestern Abend regnet es durchgehend ohne eine Minute Pause und da ich schon einige Tage im Regen gearbeitet habe, kenne ich die Nachteile. Erstens hat man am Ende des Tages die nassen Klamotten im Van, die dort auch nicht trocknen können, was bedeutet, dass man am nächsten Tag wieder in die nassen Sachen muss. Zweitens läuft einem das Wasser in die Ärmel rein, wenn man den ganzen Tag mit den Armen nach oben arbeitet, was ich zur Zeit mache. Da hilft auch die beste Regenkombo nicht. Aber eigentlich darf ich mich nach dieser Woche wirklich nicht zu laut beschweren. Die letzten beiden Tage hatte ich den wohl lauesten Job ever. Ich arbeite ja immer mit Dan zusammen, so das wir uns abgewechselt haben, ob wohl den Job leicht einer alleine hätte machen können. Es mussten in jeden Kiwibaum zwei Löcher gebohrt werden. Für den Strom hatten wir einen Generator auf einer Schubkarre, an dem die Bohrmaschine angeschlossen war. Einer hat also in 20 Bäume die Löcher gebohrt und der andere hat die Schubkarre mit dem Generator von Baum zu Baum geschoben. Während des Bohrens war Däumchendrehen angesagt;) Nach 20 Bäumen haben wir dann gewechselt. Und das alles bei bestem Wetter! Leicht verdientes Geld also. Mit meiner Arbeitsstelle habe ich wirklich Glück gehabt. Und einen neuen guten Freund habe ich auch schon gefunden. Der Hund der Farm, sein Name ist Rusty, ist einfach der Beste. Solch ein Hund, der Kiwifrüchte zum fressen gern hat, den Reifegrad erschnüffeln kann, dabei soooo relaxt ist und dann auch noch den liebsten Charakter hat, den man sich nur vorstellen kann, ist garantiert einzigartig. Würde ich am liebsten mitnehmen. Natürlich gibt es auch ein Foto von ihm. Da Dan dem Rusty sozusagen verfallen ist, gibts die Fotos nur von beiden zusammen.

Neben dem freien Tag heute hatte ich diese Woche wirklich zwangsweise zwei weitere freie Tage, die wir dem Spraying auf der Farm verdanken. Die Vorraussetzungen zum Spraying kamen uns allerdings sehr entgegen, das Wetter war perfekt, sonnig und windstill. Und wie der Zufall es so will, hatte Dan am ersten der beiden Tage Geburtstag. Nach dem Ausschlafen sind wir zum Feiern nach Mt. Maunganui zum Angeln gefahren. Natürlich mit angemessenem Biervorrat und weiterem Proviant;) Gefangen haben wir leider nichts, aber war ein super Nachmittag. Auf der kleinen Halbinsel zur rechten vom Strand haben wir in der Sonne gesessen und Nachle gekocht, einen speziellen israelischen Kaffee (einfach wunderbar), und Kekse von Dans Mutter gegessen, die in einem 16kg Paket waren, das pünktlich zu seinem Geburtstag angekommen war. Leider hatte er an diesem Tag seine Absage für ein Touristenvisum für Australien bekommen, was den Tag etwas trübte.

Für den zweiten Tag haben wir uns einen Walk vorgenommen, den Dan ausgesucht hatte. Im nachhinein hätte ich mich vielleicht besser informieren sollen, da es speziell für mich ein wenig enttäuschend war. Es ging zum McLaren Falls Park, und ja, es war zum großen Teil wirklich ein von Menschen gemachter Park an einem künstlichen See mit vielen Enten. Ok, ein schöner Park, zugegeben, aber halt ein Park, der so ähnlich auch bei uns zu finden wäre. Und aus dem Walk wurde dann ein 2,5 Stunden Spaziergang. Schön waren die Aussichten, die man zwischendurch hatte und der Wald, der ursprünglich schien. Ich muss da nochmal sagen, wie sehr ich den Wald hier mag. Er ist einfach so anders und gleicht eher einem tropischen Regenwald. Am besten gefallen mir die beeindruckenden Baumfarne, die auch im Park zahlreich waren.

Den Tag haben wir dann mit dem Sonnenuntergang am Papamoa Beach abgeschlossen. Wir arbeiten täglich von Sonnenaufgang bis zur Dunkelheit, so dass es eine schöne Abwechslung war, obwohl wir doch in einem Ort direkt am Meer wohnen. Der Berg im Hintergrund ist übrigens Mt. Maunganui.

Was gibt es sonst noch Neues? Hm, ach ja, ich habe mein Ticket Auckland-Bangkok gecancelt! Stattdessen habe ich jetzt einen Aufenthalt von 5 Tagen in Sydney vorgesehen, so dass ich den Flug auf Sydney-Bangkok geändert habe. Den Flug Auckland-Sydney muss ich allerdings noch buchen. Ihr könnt euch ja vorstellen, wer sich über den Aufenthalt in Sydney am meisten freut. Ute plant schon eine halbe Australienrundfahrt für die 5 Tage. Mal sehen, was sich ergibt. Habe heute das Touristenvisum für Australien online beantragt und den Unterschied zur israelische Staatsbürgerschaft gespürt. Nach absenden der Daten bekam ich meine Visumsbestätigung 30 min später per Email. Wunderbar einfach. Da wurde Dan erst rescht ziemlich neidisch. Der tut mir auch wirklich leid. Der möchte unbedingt nach Australien und für mich ist es einfach ein kleines Plus.

Und abgesehen von meinem kleinen Australienaufenthalt überlege ich ernsthaft, die Möglichkeit zu nutzen und die pazifischen Inseln Samoa, Tonga, Fiji oder die Cook Islands zu besuchen. Wann komme ich nochmal so günstig dahin? Außerdem habe ich letzte Woche von einigen Arbeitskollegen eine Einladung nach Samoa bekommen, was mich erst wieder zum Überlegen gebracht hat. Klingt schon sehr verführerisch. Bedeutet allerdings auch, das ich mehr Zeit in Neuseeland mit arbeiten verbringen müßte. Und die Alternative wäre vielleicht mein eigenes Surfboard und Wetsuit für meinen Aufenthalt in NZL. Schwere Entscheidungen stehen an, ihr seht, das Leben ist auch hier in NZL kein Zuckerschlecken!!