Ich bin zur Zeit in Kaikoura, Südinsel, wo ich nach einem Job suche. Aber um zeitlich diesen Punkt zu erreichen, muss ich wohl ein wenig ausholen. Ich machs mal chronologisch. Nach dem Trip zur Coromandel Peninsula bin ich zunächst ohne Dan nochmal eine Nacht zurück zu Don und Leslie auf die Farm in der Bay of Plenty. Es war schon fast wie nachhause kommen. Ich wurde sehr herzlich aufgenommen und sofort zum Essen eingeladen. Wir hatten einen sehr schönen Abend mit Wein und guten Gesprächen. Was für nette Menschen, ich werde sie vermissen. Den Komfort der letzten Nacht auf der Farm habe ich natürlich genutzt und meine Kamera, meinen Laptop und mein Handy geladen. An so etwas muss man nämlich als Reisender andauernd denken. Zumindest wenn man in einem Van lebt. Am nächsten Morgen bekam ich noch eine Führung durch den Orchard, den ich nun schon über 3 Wochen nicht gesehen hatte. Unglaublich, wie schnell diese Kiwibäume wachsen! Und der Duft der ersten Blüten ist himmlisch. Dann wurden noch schnell 2 große Plastiktüten mit Orangen, Grapefruits und Zitronen gepflückt, die ich als Vorrat mitbekam. Der Geschmack ist wirklich der Hammer. Habe immernoch ein paar von den Früchten im Van. Nachdem ich die letzte heiße Dusche auf der Farm genossen hatte, wurde ich schließlich verabschiedet. Rusty, der Hund, wollte garnicht von meiner Seite. Den vermisse ich übrigens wirklich sehr.
Und dann ging es zu meiner Verabredung mit Dan, der in Rotorua auf mich wartete. Das Wetter war wirklich bescheiden, so das ich von der Region um Rotorua nicht viel mit bekam. Bevor man die Stadt sieht, kann man sie riechen. Der Gestank nach faulen Eiern ist das ganze Jahr über vorhanden. Man adaptiert sich aber ziemlich schnell.
Bei dem besch... Wetter wollte ich kein Geld in Rotorua lassen. Ich werde ja im Sommer nochmal dort Halt machen und hoffentlich besseres Wetter haben. Brodelnden Schlamm kann man übrigens ganz umsonst im öffentlichen Park bestaunen.
Früher als geplant haben wir dann Freunde von Dan aus Israel getroffen. Ein Pärchen, Ortal und Asaf. Das war für Dan ein ziemlich großes Ding, nach 1 Jahr endlich seine Freunde wieder zu sehen. Für mich bedeutete es ziemlich viel Hebru in der nächsten Zeit, da die beiden sich unserer kleinen Reisegesellschaft anschlossen. Aber auch eine willkommene Abwechslung und Ablenkung in meiner Situation. Die zwei waren wirklich Leute, mit denen man Spaß haben kann.
Zusammen sind wir dann Richtung Taupo gefahren und haben am Kerosine Creek, einem natürlich heißen Fluss mit einem Wasserfall, übernachtet. Da wir im strömenden Regen ankamen, haben wir uns das Baden im Fluss bis zum Morgen aufgehoben. Und dann aber ausgiebig genossen. Mindesten zwei Stunden mit kaltem Bier relaxen und vergessen. Wir hatten echt Spaß, wie man sieht.
Wir haben Schneefelder gequert und Geröllfelder überwunden. In dieser Jahreszeit ist sind die Vulkane noch schneebedeckt, was es noch eindrucksvoller macht, wie ich finde. Beeindruckende Farben und Panoramen. Und wir hatten unglaubliches Glück mit dem Wetter, den ganzen Tag hatten wir keine Wolke am Himmel. Da wir natürlich die Sonneneinstrahlung bei Schnee und Höhe unterschätzt hatten, bekam jeder von uns einen hübschen Sonnenbrand.
Im Vordergrund seht ihr eines der großen Schneefelder, die wir überqueren mussten. Für die Israelis unter uns war das der absolute Kick, da sie keinen Schnee kennen. Und speziell für Dan wurde so ein Wunsch wahr.
Ein Wahnsinnstag, der leider damit endete, das Dan`s Van einen platten Reifen hatte. Ausgerechnet einen Tag, nachdem er den Reifen neu in Taupo gekauft hatte. Komischer Zufall! Und das ausgerechnet am Wochenende, ohne Werkstatt in der Nähe. Und da uns der Besitzer des Campingplatzes, wo wir die Autos abgestellt hatten, auch keine Dusche verkaufen wollte, blieben wir dann gleich die ganze Nacht. So einen tiefen Schlaf hatte ich schon lange nicht mehr.
Am nächsten Morgen wollten wir aufbrechen und stellten mit Entsetzen fest, das nun auch der Van von Asaf und Ortal einen Platten hatte.
Soviel Zufall kam uns wirklich sehr seltsam vor und wir verdächtigten den Campingplatzbetreiber. Vielleicht ein Antisemit? Meine israelischen Freunde taten mir echt leid. Ok, Ersatzreifen drauf und weiter, bestimmt nicht noch ne Nacht bei dem Typen.
Da Ortal und Asaf Neuseeland leider bald verlassen müssen, war dies unser letzter Tag, den wir versuchten sehr entspannt am Ufer des Lake Taupo zu genießen.
Ok, ich mache hier jetzt Schluss, das Cafe schließt leider. Ich schreibe morgen weiter.
Krass.
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